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Pistolenschießen hat nichts mit Wildwest-Romantik zu tun

"Schießen ist eine Gemeinschaftsleistung von Körper und Geist", meint Manfred Bremer, der Mentor der Pistolenschützen. Er sei kein Naturtalent und hätte sich die für gute Leistungsergebnisse notwendigen Voraussetzungen wie Konzentration, Kondition und Koordination der Bewegungsabläufe hart erarbeiten müssen. "Auch Teamfähigkeit und positive Selbstkritik sind unabdingbar, wenn man zu Erfolgserlebnissen kommen will", so Bremer.

Wie viele andere Mitglieder entdeckte Manfred Bremer das Sportgerät "Pistole" erst nach der Einweihung der neuen Schießsportanlage am Leinestadion. "Aufgrund der besseren Standmöglichkeiten erfreute sich das Sportschießen mit der Luftpistole zunehmend größerer Beliebtheit, die Zahl der Schützen inklusive der Jugend wuchs schnell auf gut 20 an. Gezieltes regelmäßiges Training führte zu einer ‚Vormachtstellung' der Schützengesellschaft Letter im Bereich des Kreisschützenverbandes Leine", erinnert sich Bremer mit sichtbarer Freude. Er bedauert allerdings, dass bislang nur zwei Damen den Zugang zu diesem Sportgerät entdeckt haben und einige langjährige Pistolenschützen nicht mehr zur Verfügung stehen.

Nachgelassen hat leider auch die anfängliche Euphorie über die Möglichkeit, mit der fünfschüssigen Luftpistole zu schießen. Ähnlich wie beim Biathlon müssen hier fünf schwarze Scheiben in einer bestimmten Zeit getroffen werden. Vielleicht werden die "Freizeit-Schützen" allein vom Zeitaufwand abgeschreckt, den dieser Wettbewerb mit "2x sechs Serien à 5 Schuss" erfordert. Bei zwei zur Verfügung stehenden Anlagen zieht sich ein solcher Wettkampf mit mehreren Schützen schon über den Abend hin.

Die Möglichkeit, auch die Faustfeuerwaffen Pistole und Revolver auf der neuen überdachten Kleinkaliberanlage schießen zu können, blieb zunächst einige Monate ungenutzt. Das notwendige Vorbild und die zielführenden Anleitungen kamen dann von den Freunden des "VfF", des Vereins für Freihand aus Hannover. Die bei den Landestitelkämpfen und Deutschen Meisterschaften ausgesprochen erfolgreichen Schützen nutzten in den Wintermonaten die optimalen Trainingsbedingungen im "Kleinkaliber-Keller" der letterschen Schießsportanlagen.

Manfred und Renate Bremer zählten zu den ersten interessierten und lernbegierigen Zuschauern dieses Trainings, andere Schützen schlossen sich an und begannen das gezielte Üben mit den Vereinsfeuerwaffen. Parallel dazu erwarben zahlreiche Schützen die notwendige Waffensachkunde und machten die Ausbildung zum Schießsportleiter, an der sich mit Renate Bremer und Johanna Fuchs auch zwei Damen beteiligten. Heute zählt die Schützengesellschaft von 1834 e.V. Letter zu den wenigen Vereinen, die bei den Rundenwettkämpfen eine Mannschaft in der Disziplin Sportpistole stellen. Mittlerweile werden auch in Letter die verschiedenen Disziplinen mit Faustfeuerwaffengeschossen.

Dazu zählen:

  • Freie Pistole Cal. .22 lfB. Entfernung: 50m
  • Sportpistole Cal. .22 lfB. Entfernung: 25m
  • Zentralfeuerpistole Cal. .30 - .38 Entfernung: 25m
  • Schnellfeuerpistole Cal. .22 lfB Entfernung: 25m
  • Standardpistole Cal. .22 lfB. Entfernung: 25m
  • Großkaliberpistole Cal. 9mm Luger und .45 ACP Entfernung: 25m
  • Großkaliberrevolver Cal. 357 Mag. und .44 Mag. Entfernung: 25m

Noch einmal Manfred Bremer: "Sportschießen hat nichts mit Wildwest-Romantik zu tun, sondern ist ein Wettstreit des einzelnen Schützen, sich selbst und die Waffe zu beherrschen. Sich über einen längeren Zeitraum konzentrieren zu können, seinen Körper und damit auch alle Bewegungsabläufe voll unter Kontrolle zu haben, bedeutet harte Arbeit an sich selbst". Nicht nur deshalb achtet Bremer streng darauf, dass auf der letterschen Schießsportanlage nur solche Schützen Zutritt haben, die sich der Verantwortung im Umgang mit Sportwaffen bewusst sind und die eine umfassende Kenntnis von deren Technik haben.